Wer in Deutschland gezwungen ist, aus beruflichen Gründen umzuziehen, kann die Umzugskosten von der Steuer absetzen. Die Kosten können dabei entweder in direkter Höhe oder über die sogenannte Umzugskostenpauschale angegeben werden. Die Pauschale fällt dabei unterschiedlich hoch aus. Es ist abhängig davon, ob es sich um einen Single Haushalt handelt oder die umziehenden Personen verheiratet sind und gemeinsam leben. Zudem müssen für die Nutzung der Umzugskostenpauschale ein paar Voraussetzungen erfüllt werden.

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Wann kann die Umzugskostenpauschale genutzt werden?

Die wichtigste Voraussetzung ist, dass es sich um einen beruflichen Umzug handelt beziehungsweise um einen Umzug, der aufgrund einer Krankheit oder Behinderung erfolgen muss. Ein beruflicher Umzug kann zum Beispiel notwendig werden, wenn eine Person eine neue Stelle antritt. Auch ein Umzug für einen Berufseintritt nach dem Studium oder der Ausbildung fällt in die Kategorie. Darüber hinaus kann die Pauschale auch genutzt werden, wenn man durch einen Umzug seinen täglichen Arbeitsweg signifikant verkürzt (insgesamt mindestens eine Stunde) oder der Umzug im Interesse des Unternehmens ist. Auch die Aufgabe eines doppelten Wohnsitzes wird als Grund anerkannt.

Wie hoch ist die Umzugskostenpauschale?

Die Pauschale für einen Umzug wurde vom Gesetzgeber in den vergangenen Jahren immer wieder erhöht. Während der Wert im Jahr 2015 für einen Single bei 730 Euro lag, beträgt er seit dem 1. März 2020 820 Euro. Bei Ehepaaren stieg der Wert in den vergangenen fünf Jahren von 1460 Euro auf 1639 Euro. Haben die betroffenen Personen Kinder oder sonstige Angehörige können sie zudem von einem Erhöhungsbeitrag Gebrauch machen. Dieser beträgt im Jahr 2020 361 Euro. Alleinerziehende und Personen, die geschieden oder verwitwet sind, erhalten zudem immer den Partnerbetrag. Darüber hinaus kann auch die Tatsache eine Rolle spielen, wie häufig jemand umzieht. Wer innerhalb von zwei Jahren ein zweites mal aus beruflichen Gründen umziehen muss, kann eine Umzugskostenpauschale in Anspruch nehmen, die 50 Prozent höher ist.

Zeit des Umzugs Pauschale für Verheiratete und Lebenspartner Pauschale für Singles Erhöhungsbetrag für Kinder und sonstige Angehörige
ab 01.03.2020 1639€ 820€ 361€
ab 01.04.2019 1622€ 811€ 357€
ab 01.03.2018 1573€ 787€ 347€
ab 01.02.2017 1528€ 764€ 337€
ab 01.03.2016 1493€ 746€ 329€
ab 01.03.2015 1460€ 730€ 322€

Welche Leistungen werden abgedeckt?

umzugskostenpauschale, Umzugskostenpauschale 2020Grundsätzlich gibt es bei der steuerlichen Absetzbarkeit von Umzügen zwei Herangehensweisen. Der einfachere Weg ist die Umzugskostenpauschale. In diesem Falle sind die betroffenen Personen nicht gezwungen, Nachweise für ihren Umzug einzureichen und die genauen Kosten konkret auszuführen. Dafür ist die Summe aber auch auf einen konkreten Betrag beschränkt. Unter die Pauschale fallen Trinkgelder für Umzugshelfer, Gebühren für die Ummeldung, Anzeigen für die Wohnungssuche, Kosten für Schönheitsreparturen, An- und Abbau von Küchen und elektrischen Geräten sowie sonstige Arbeiten in der Wohnung.

  • Anzeigen für die Wohnungssuche
  • Kosten für Schönheitsreparaturen der alten Wohnung
  • An- und Abbau von Küchen und elektrischer Geräte
  • Ummeldegebühren

Alternativ lassen sich aber auch alle Umzugskosten von der Steuer absetzen, insofern die notwendigen Nachweise erbracht werden. Dies kann sich durchaus lohnen, wenn die jeweiligen Leistungen sehr kostenintensiv waren. Zu ihnen gehören Maklergebühren, Transportkosten, Reisekosten und eventuelle doppelte Mietzahlungen. Je nachdem, wie hoch die Ausgaben für den Umzug waren und welche sich davon konkret belegen lassen, kann entweder die Pauschale oder die Angabe der konkreten Kosten besser sein. Ein Vergleich ist daher immer eine gute Idee und die Belege sollten in jedem Falle aufbewahrt werden.

Was passiert, wenn der Arbeitgeber den Umzug bezahlt?

Bei Umzügen, die aus beruflichen Gründen stattfinden, erscheint es naheliegend, dass auch der Arbeitgeber für die Kosten aufkommen sollte. Tatsächlich ist er dazu aber nicht verpflichtet. In bestimmten Fällen übernehmen die Unternehmen die Kosten allerdings trotzdem oder zahlen eine sogenannte Umzugsprämie. Wird eine solche Leistung gezahlt, ist eine Inanspruchnahme der Umzugskostenpauschale nicht mehr möglich. Dafür ist die Unterstützung durch den Arbeitgeber aber steuerfrei. Die Summe muss anschließend in der Steuererklärung unter steuerfreie Einnahmen mit angegeben werden.

Welche Möglichkeiten gibt es bei rein privaten Umzügen?

Die Umzugskostenpauschale ist grundsätzlich nur für Umzüge aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen gedacht. Trotzdem hat der Gesetzgeber private Umzüge nicht vollkommen vergessen. Wer aus privaten Gründen in eine neue Wohnung zieht, kann zumindest einen Teil der Kosten unter den sogenannten haushaltsnahen Dienstleistungen geltend machen. Angerechnet werden 20 Prozent der Kosten bis zu einem maximalen Betrag von 4000 Euro. Auch hier werden aber wieder konkrete Belege und Zahlungsnachweise benötigt, damit das Finanzamt die Ausgaben anerkennt.

Bei Studenten gibt es zudem den Sonderfall, dass auch während des Studiums die Pauschale greifen kann. Voraussetzung hier ist, dass derUmzug für den Beginn eines Studiums oder aufgrund eines Studienplatzwechsels durchgeführt wird und sich der Weg zum Studienplatz um mindestens 30 Minuten pro Fahrt verkürzt. Als Basis dient hier eine konkrete Zeitersparnis. Die Entfernung spielt keine Rolle, es kommt allein auf die 30 Minuten Fahrtweg an.

Wie ist die Situation bei Umzügen ins Ausland?

Um die Umzugskostenpauschale nutzen zu können, muss der Umzug nicht innerhalb von Deutschland erfolgen. Die Kosten lassen sich auch bei einem Umzug ins Ausland absetzen. In diesem Falle ist die Formel für die Berechnung allerdings etwas komplizierter und zudem wird zwischen Umzügen in EU-Länder und Nicht-EU-Länder unterschieden.

Wird innerhalb der EU umgezogen, dann beträgt die Höhe der Pauschale 19 Prozent des Grundgehalts der Stufe 8 der Besoldungsgruppe A13. In den Jahren 2018 und 2019 lag dieser Wert bei 853,53 Euro für eine Einzelperson. Für Umzüge außerhalb der EU erhöht sich der Prozentwert auf 21 Prozent, was im vergangenen Jahr eine Pauschale von 943,38 Euro ergab. In beiden Fällen ist der Wert höher als bei Umzügen im Inland. Entsprechend fällt die Pauschale auch bei Umzügen von Paaren und die Zusatzbeträge für Kinder höher aus.

Wer aus beruflichen Gründen aus dem EU-Ausland wieder nach Deutschland ziehen muss, kann die Umzugskostenpauschaleebenfalls steuerlich absetzen. Hier setzt der Gesetzgeber jedoch eine geringere Pauschale an. Sie beträgt 80 Prozent des Wertes für Auslandsumzüge.

Fallen Nachhilfekosten für Kinder unter die Umzugskostenpauschale?

Ein interessanter Aspekt bei einem Umzug, den viele Eltern nicht auf den Schirm haben, sind mögliche Nachhilfekosten für Kinder, um verpasste Lerninhalte aufzuholen. Diese fallen zwar nicht direkt unter die Umzugskostenpauschale, trotzdem lassen sie sich in Teilen steuerlich absetzen. Auch hier ist es wieder wichtig, dass der Umzug aus beruflichen Gründen erfolgt ist. Sobald diese Voraussetzung erfüllt wurde, können Nachhilfekosten von maximal 1926 Euro pro Kind steuerlich geltend gemacht werden, wobei 50 Prozent erstattungsfähig sein. Liegen die Kosten über dem Maximalbetrag steigt der Prozentsatz auf 75 Prozent.

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Wo müssen die Umzugskosten in der Steuererklärung angegeben werden?

Für die Nutzung der Umzugskostenpauschale müssen die Umzugskosten auch in der Steuererklärung angegeben werden. Der richtige Ort hierfür ist die Anlage N der Steuererklärung und dort die Zeilen 45 bis 48. Weitere Tipps erhalten Sie auch im Elsterforum. Wer sich dabei dafür entscheidet, nicht die Pauschale, sondern die konkreten Kosten anzugeben, sollte anschließend nicht vergessen, auch alle Nachweise mit einzureichen. Bei der Umzugskostenpauschale sind dagegen, wie schon erwähnt keine weiteren Nachweise notwendig.